Kaminfeuergespräch

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Kaminfeuer 2017 12Mehrwert dank regionalem Holz
von
Meinrad Gschwend

Ohne Holz ist ein Kaminfeuer ist undenkbar. Am Kaminfeuergespräch der Holzkette St.Gallen stand Holz von A bis Z im Mittelpunkt. Der einheimische Rohstoff wurde in seiner ganzen Palette an Anwendungsmöglichkeiten ausgebreitet.

 Einmal ist es ein Kaminfeuergespräch, dann wieder ein Gipfelgespräch: die Veranstaltungen der Vereinigung Lignum Holzkette St.Gallen haben bereits Tradition. Das jüngste – durchgeführt im Erlenholz in Wittenbach – stand unter Titel „Schweizer Holz macht glücklich“. Dass es dies tatsächlich tut, bestätigten die Podiumsteilnehmer auf unterschiedliche Weise.

Zur eigenen Sache stehen
In der Schweiz hat Bauen mit Holz eine lange Tradition. In den letzten Jahren hat sich der Holzbau rasant weiter entwickelt. Holzbau-Ingenieur Rolf Bachofner zeigte in seinem Einführungsreferat auf, welche Möglichkeiten das Bauen mit Holz bietet. „Wenn man zur eigenen Sache steht, dann kommt man fast automatisch zum Schweizer Holz,“ betonte er am Schluss seiner Einführung. Mit eigener Sache waren nicht nur Tradition und Innovation, sondern auch die regionale Wertschöpfungskette und die emotionale Verbundenheit mit dem Werkstoff Holz gemeint.

Man muss wollen
In der Ostschweiz gibt es eine Fülle von erstklassigen Beispielen, wie Holz angewendet werden kann. Diese Beispielezeigen, dass Holz ungeahnte Möglichkeiten bietet. „Doch Bauherren und Planer müssen wollen“, sonst geht gar nichts in Sachen Schweizer Holz. Dass dies manchmal mit Überzeugungsarbeit zu tun hat, davon waren die Podiumsteilnehmer überzeugt. Sie stellten Beispiele vor, die in jeder Hinsicht gelungen und beispielhaft sind.

Peter Weigelt wies darauf hin, dass Holz auch ein Alleinstellungsmerkmal ist. Er stellte ein neu erstelltes Mehrfamilienhaus in der Stadt St.Gallen vor. Dass es sich um einen Holzbau handelt, sei mit ein Grund gewesen, dass sämtliche Wohnungen praktisch ohne Inseratkosten vermietet wurden. Auch die Rückmeldungen der Mieter sprechen eine deutliche Sprache: sie fühlen sich rundum wohl.

Das Wohlbefinden strich auch Philipp Lüchinger hervor. Sein Einfamilienhaus in Diepoldsau ist ein reiner Holzbau, gefertigt aus Ostschweizer Holz. „Wir würden es wieder genau gleich machen“, ist er überzeugt. Modernes und Traditionelles verbindet Claudia Melotti (Gais). Die Planerin entwickelt ihre Projekte aus der regionalen Holzbautradition des Appenzellerlandes heraus.

Kaminfeuer 2017 09Je früher, je besser
Der Einsatz von regionalem Holz braucht Zeit. Wer auf einheimisches Holz setzen will, soll sich bereits in einer frühen Phase entscheiden, erklärte Rolf Bachofner. Was das im konkreten Fall heissen kann, zeigte Hans Hug aus Muolen auf. Der Stall des Bauern und Raufutter-Händlers wurde durch einen Brand zerstört. „Wir mussten so schnell wie möglich einen Ersatz haben. Da spielte die Frage, woher das Holz stammt, eine untergeordnete Rolle.“

Anders beim Neubau Rhyboot in Altstätten, wohl der grösste Holzbau, der in diesem Jahr im Kanton St.Gallen fertiggestellt wurde. Die Bauherrschaft der Werkstätte für Menschen mit Behinderung hatte sich in einer frühen Phase entschieden, Holz aus der Region zu verwenden. So sei es gelungen, dass das Holz für Konstruktion und für die Fassadenbekleidungen zu 100 Prozent aus der Region stamme, führte Meinrad Gschwend, Präsident der Rhyboot-Baukommission, aus.

Die präsentierten Beispiele zeigten nicht nur die Vielseitigkeit des Holzes auf, sondern auch, dass mit regionalem Holz ein echter Mehrwert entsteht. „In diesem Sinn macht Schweizer Holz private wie öffentliche Bauherren tatsächlich glücklich“, fasste Diskussionsleiter Beni Heeb zusammen.

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